Richtfest in Giesenkirchen: Zimmerermeister Michael Haberkamp sagte den Richtspruch, flankiert vom Caritas-Vorsitzenden Dr. Christof Wellens (l.) und Geschäftsführer Frank Polixa (r.)Caritas / Balsen
Zimmerermeister Michael Haberkamp brachte es mit seinem Richtspruch auf den Punkt: "Wenn ich auf euch hernieder schau von diesem neu erstand‘nen Bau, dann wird mir und allen klar: Dieser Bau ist wunderbar." Sprach’s, trank sein Glas leer - und ließ es unter dem Applaus der Gäste am neuen Gebäude zerschellen. Die Scherben sollen dem Bauherrn und den künftigen Nutzern Glück bringen.
Die beiden jeweils dreigeschossigen Gebäude entstehen als "klimafreundlicher Neubau" am Pfarrer-Walter-Weg, in der Nähe des Caritaszentrums Giesenkirchen. Es handelt sich um Zwei- und Drei-Zimmer-Wohnungen mit Wohnflächen von etwa 55 bis 79 Quadratmeter. Insgesamt schafft der Caritasverband knapp 980 Quadratmeter Wohnfläche. Hinzu kommen ein Aufenthaltsraum für die Mieterinnen und Mieter sowie ein Servicebüro (zusammen rund 70 qm) und die Räume für die Tagespflege mit über 250 qm. Darin können künftig bis zu 14 ältere Menschen gut betreut gemeinsam den Tag verbringen.
"Hier entsteht ein Gebäudeensemble, das Menschen im Alter vielfältige Möglichkeiten bietet. Sie finden hier Unterstützung, Sicherheit und Gemeinschaft - und damit sehr viel Lebensqualität", sagte Caritas-Geschäftsführer Frank Polixa: "Wir wollen einen Ort schaffen, an dem Selbstständigkeit möglichst lange erhalten bleibt und Unterstützung genau dort angeboten wird, wo sie gebraucht wird. Dabei denken wir nicht nur sozial, sondern auch nachhaltig." So entstehen die Häuser nach dem energieeffizienten KfW-40-Standard. Ein KfW-40-Gebäude verbraucht lediglich 40 % der Primärenergie im Vergleich zu einem konventionellen Referenzgebäude gemäß Gebäudeenergiegesetz (GEG). Zudem bietet es dauerhaft geringe Energiekosten und leistet einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz. Dafür sorgen hochwertige Dämmstoffe, moderne Anlagentechnik und eine energieeffiziente Bauweise.
"Mit diesem Neubau investieren wir in die Zukunft unserer Stadt und schaffen einen weiteren Baustein für ein gutes Leben in Giesenkirchen", erklärte der Vorsitzende des Caritasverbandes, Dr. Christof Wellens. Gerade in einer Zeit, in der der Bedarf an guten Angeboten für ältere Menschen stetig wachse, sei das Projekt ein klares Bekenntnis: "Wir übernehmen Verantwortung. Als Caritas wollen wir nicht nur auf gesellschaftliche Entwicklungen reagieren, sondern sie aktiv mitgestalten."
Der regionale Caritasverband errichtet in Giesenkirchen bereits die fünfte Einrichtung dieser Art und bietet dann insgesamt 76 Tagespflege-Plätze an. Bereits zum vierten Mal kombiniert er diese attraktive Betreuungsform mit Wohnungen für ältere Menschen (in Korschenbroich, Holt, Lebenskirche St. Johannes in Rheydt und jetzt in Giesenkirchen).
"Mönchengladbach wird älter", sagte der stellvertretende Bezirksbürgermeister Volker Küppers. Da brauche es Angebote wie das Caritas-Projekt. Dabei zeige Giesenkirchen "einmal mehr, wie starke Nachbarschaft funktioniert". Küppers dankte dem regionalen Caritasverband, der "seit vielen Jahren verlässlich an unserer Seite ist".
Für den Bau zeichnen der Mönchengladbacher Generalübernehmer Schotes Hochbau GmbH und der Projektsteuerer Teambaumanagement verantwortlich. Die Gesamtinvestition einschließlich Grundstück beläuft sich auf fast 6,7 Millionen Euro. Mit dem Akzent auf Klimafreundlichkeit erhält der Caritasverband ein gefördertes KfW-Darlehen in Höhe von 1,7 Millionen Euro. Im Sommer 2027, also etwa in einem Jahr, soll alles fertig sein.