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25.03.2021

Caritas für individuellere Weiterbildungsangebote für Geringqualifizierte

 

In der Stadt Mönchengladbach sollte es mehr Angebote zur beruflichen Weiterbildung von Geringqualifizierten geben. Das fordert der Aachener Diözesancaritasdirektor Stephan Jentgens unter Berufung auf den aktuellen Arbeitslosenreport der Landesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege in Nordrhein-Westfalen.

„Eine Weiterbildung im Beruf dient der Bekämpfung des Fachkräftemangels und der Vermeidung von Arbeitslosigkeit. Entsprechende Angebote für Geringqualifizierte würden nach unserer Überzeugung noch besser greifen, wenn sie stärker an individuellen Bedarfen orientiert wären und mehr begleitende soziale Unterstützung bieten würden“, sagt Jentgens.

Aus den Zahlen des Arbeitslosenreports geht für die Stadt Mönchengladbach hervor: 20,69 Prozent der Beschäftigten, denen die Arbeitsagentur 2019 eine berufliche Weiterbildung mitfinanzierte, hatten dort keine abgeschlossene Berufsausbildung. Vor allem ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer (62,07 Prozent) werden dort jedoch noch zu wenig gefördert. „Wir benötigen innovative, passgenaue Weiterbildungsangebote, um lernungewohnte und geringqualifizierte Personen besser zu erreichen“, fordert Jentgens. Eine stärkere Modularisierung und Teilzeit-Lernangebote, längere Lernzeiten sowie Anerkennung von erreichten Zwischenzielen könnten Bausteine sein, damit mehr Geringqualifizierte die derzeitige durch Corona bedingte Krise am Arbeitsmarkt als Chance für Weiterbildung erkennen. Gefördert werden sollten beispielsweise auch die Übernahme von Fahrtkosten oder eine gute Kinderbetreuung. „Die gesetzlichen Rahmenbedingungen lassen solche Unterstützungs- und Fördermaßnahmen zu, die Arbeitsagentur sollte ihren Ermessenspielraum stärker ausschöpfen“, fordert Jentgens. „Zudem könnte eine unterstützende, dezentrale Lernbegleitung beispielsweise in Kooperation mit Trägern der Freien Wohlfahrtspflege viel dazu beitragen, dass gerade benachteiligte Personen ihre Weiterbildungschancen nutzen“, meint der Diözesancaritasdirektor.

 

Run auf Engpassberufe wie Altenpflege

Die meisten beruflichen Weiterbildungen wurden 2019 in der Stadt Mönchengladbach in der Altenpflege (13,8 Prozent von insgesamt 29 Fördermaßnahmen) und in der Fahrzeugführung im Straßenverkehr (41,4 Prozent) gefördert. Altenpflege und Fahrzeugführung im Straßenverkehr gehören zu den sogenannten Engpassberufen, für die Weiterbildung zu Fachkräften von der Bundeagentur besonders gefördert wird. „Insbesondere der Altenpflegeberuf ist von enormer gesellschaftlicher Bedeutung und der Bedarf ist riesig, deswegen freuen uns diese Zahlen besonders“, sagt Stephan Jentgens. Die Wohlfahrtsverbände sähen sich in einer Mitverantwortung, Weiterbildungsangebote für die neuen generalistischen Berufsbilder der Pflegefachassistenz sowie der Pflegefachfrau und des Pflegefachmannes zu konzipieren.

 

Den Betrieben entgegenkommen

In den Fällen, in denen Beschäftigte wegen einer Weiterbildung ihrer normalen Arbeit nicht voll nachkommen können, benötigen Betriebe Zuschüsse, um Löhne weiterzahlen zu können. „Gerade Beschäftigte mit niedrigen Löhnen können während einer beruflichen Weiterbildung nicht auf Einkommen verzichten, da sie meist keinerlei Rücklagen haben“, sagt Roman Schlag, Fachreferent für Arbeitsmarktfragen beim Caritasverband für das Bistum Aachen. Deshalb hätten bisher zu oft ausgerechnet diejenigen darauf verzichtet, die eine fundierte Weiterbildung besonders benötigten. „Wir begrüßen die Möglichkeit des Entgeltzuschusses für die Betriebe für alle Weiterbildungsmöglichkeiten ausdrücklich und wünschen uns, dass in Zukunft Betriebe in der Stadt Mönchengladbach davon angemessen Gebrauch machen werden“, bekräftigt Schlag. In der Stadt gab es 2019 laut Arbeitslosenreport 23 Förderungen mit einem Arbeitsentgeltzuschuss für die berufliche Weiterbildung von Beschäftigten.

Auch müsse man zudem den Betrieben helfen, vorübergehenden Ersatz zu finden für die Beschäftigten, die für eine Weiterbildung freigestellt werden. „Die Caritas und die Freie Wohlfahrtspflege regen an, Konzepte in Kooperation mit Beschäftigungsträgern zu entwickeln, um solche Stellen zum Beispiel mit Langzeitarbeitslosen zu besetzen, die auf Grundlage des Teilhabechancengesetzes gefördert werden“, sagt Schlag.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an Roman Schlag, Telefon 0241 431133, Mail: rschlag@caritas-ac.de

 

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