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11.07.2019

Caritas schafft neue Angebote für Senioren und Kinder

Der Caritasverband Region Mönchengladbach baut seine Angebote für ältere Menschen und für Kinder aus. Geplant sind Wohnungen, eine weitere Tagespflege für Senioren und ein neuer inklusiver Kindergarten.

Caritas_MG_Jahresbericht_2018

Bei der Vorstellung des Jahresberichtes 2018 zogen Vorsitzender Dr. Christof Wellens (r.) und Geschäftsführer Frank Polixa ein positives Fazit: „Es ist eine Bilanz der großen Hilfe.“
 

Jeden Tag nutzen mehrere tausend Menschen in der Region Mönchengladbach die inzwischen mehr als 30 Dienste und Einrichtungen des Caritasverbandes. Immer mehr Menschen wollen möglichst lange selbstbestimmt zu Hause leben und benötigen dabei Unterstützung. „Während das Angebot an stationären Pflegeplätzen in Mönchengladbach aus unserer Sicht ausreicht, werden vor allem im ambulanten Bereich weitere Angebote gebraucht“, erklärt Christof Wellens.

Der Vorsitzende weist darauf hin, dass der Caritas-Pflegedienst im vergangenen Jahr das 40-jährige Bestehen feierte. Ebenfalls ein Jubiläum hatte der Hausnotruf-Dienst, der vor 35 Jahren gegründet wurde. Ende 2018 waren fast 10.350 Teilnehmer auf die Zentrale an der Albertusstraße aufgeschaltet. 17 weitere Caritasverbände und -einrichtungen nutzen inzwischen die personellen und technischen Möglichkeiten der rund um die Uhr besetzten Zentrale in Mönchengladbach, die zu den modernsten bundesweit gehört, so Wellens.

Ein ganz wesentliches Merkmal des Caritasverbandes sei das Miteinander von haupt- und ehrenamtlicher Arbeit, betont der Vorsitzende, der selbst ehrenamtlich tätig ist. Manche Dienste, wie etwa die Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen durch ehrenamtliche Hospizbegleiter, seien ohne freiwilliges Engagement gar nicht zu leisten. Rund 55 Frauen und Männer schenken Menschen in der letzten Lebensphase ihre Zeit.

Bezahlbares Wohnen gehört aus Sicht der Caritas zu den drängendsten politischen Themen. Besonders Menschen mit geringem Einkommen, mit körperlichen, psychischen und geistigen Beeinträchtigungen sowie Menschen mit Migrationshintergrund hätten zum Teil große Probleme, die steigenden Mieten zu zahlen oder eine bezahlbare Wohnung zu finden, berichtet Geschäftsführer Frank Polixa. Die Zahl der Sozialwohnungen sei auch in Mönchengladbach stark gesunken. Die Caritas fordert, die Bedingungen für den sozialen Wohnungsbau zu ändern, so dass er wirtschaftlich betrieben werden könne, und die Bürokratie abzubauen. Für Neubaugebiete solle eine Quote von 30 Prozent an sozialem Wohnungsbau festgelegt werden.

Der Caritasverband unterhält derzeit in der Region mehr als 110 Wohnungen, die meist von älteren Menschen genutzt werden. Mehr als zwei Drittel davon sind Sozialwohnungen. Im vergangenen Jahr hat der Verband 36 Wohnungen am Wadenpfad in Holt energetisch saniert und sich damit für weitere 20 Jahre an den sozialen Wohnungsbau gebunden.

Weitere Projekte sind auf kirchlichen Grundstücken angedacht, beispielsweise in der entwidmeten Kirche St. Johannes an der Urftstraße in Rheydt. Polixa: „Hier wollen wir neben einer Tagespflege insgesamt 23 Wohnungen für ältere Menschen errichten, davon 14 sozial gefördert für Menschen mit Wohnberechtigungsschein und neun frei finanziert.“ Im Herbst 2021 könnten sie fertig sein.

Sorgen bereitet Polixa die Familienpflege, einer der ältesten Dienste der Caritas. Wenn eine Familie in einer Notsituation ist, unterstützen die Familienpflegerinnen sie in der Erziehung, Pflege und in der Hauswirtschaft. Das Problem, so Polixa: „Viele Krankenkassen weigern sich, die Kosten für eine Fachkraft zu übernehmen.“ 45 Euro pro Stunde müsste der Dienst erwirtschaften, übernommen werden jedoch oft nur 28 Euro. Viele andere regionale Caritasverbände hätten die Familienpflege deshalb bereits aufgegeben. Polixa appelliert an die Politik, ihren Einfluss auf die Krankenkassen geltend zu machen, „damit wir endlich auskömmliche Rahmenbedingungen in der Familienpflege bekommen“.

Auf der Zielgeraden befindet sich das große Umbau- und Erweiterungsprojekt am Caritaszentrum Holt. Zurzeit werden in einem letzten Bauabschnitt 19 neue Seniorenwohnungen mit Service fertiggestellt. In diesem Jahr sind bereits die neue Tagespflege für Senioren und die erste von zwei ambulant betreuten Wohngemeinschaften gestartet. Mit den Wohngemeinschaften geht der Caritasverband neue Wege, so Polixa: „Hier leben ältere Menschen weitestgehend selbstständig und selbstbestimmt in einer familiären Gemeinschaft mit anderen. Jeder Mieter hat sein eigenes Zimmer mit Bad. Die Wohnküche und der Wohnbereich werden gemeinschaftlich genutzt.“ Rund um die Uhr ist eine qualifizierte Betreuungskraft anwesend, die bei Bedarf unterstützen kann. Wer Pflege benötigt, erhält sie über den Pflegedienst. Die Wohngemeinschaften richten sich an ältere Menschen, die trotz Pflegegrad noch recht fit sind und am Gemeinschaftsleben teilnehmen können. „Auch dieses innovative Wohnangebot stellen wir für Menschen mit Wohnberechtigungsschein zur Verfügung“, sagt Frank Polixa. Es gibt noch freie Plätze.

Ein weiteres Projekt plant der Caritasverband in Rheydt: An der Espenstraße wird ein neuer inklusiver Kindergarten entstehen. Hierher soll der bisher im Hardter Wald (Am Kuhbaum) beheimatete heilpädagogische Caritas-Kindergarten umziehen. Der neue Kindergarten wird zwei heilpädagogische und drei KiBiZ-Gruppen haben. Mehr als 60 Mädchen und Jungen werden die Einrichtung besuchen können, etwa doppelt so viele wie bisher in der Kita Am Kuhbaum. Die Kreisbau AG errichtet das Gebäude, das die Caritas dann mietet. Direkt an den neuen Kindergarten angebaut wird das Frühförderzentrum Rheydt neue Räume bekommen. Der Caritasverband hofft, dass die neue Einrichtung im Herbst 2020 bezogen werden kann.

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