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21.01.2019

Caritas warnt: Digitalisierung darf Gesellschaft nicht spalten

Der Diözesancaritasdirektor des Bistums Aachen äußerte sich am Mittwoch (16. Januar 2019) zum Auftakt der Caritas-Jahreskampagne 2019 "Sozial braucht Digital".

"Wenn die Caritas die Digitalisierung der sozialen Arbeit fordert und fördert, muss sie zugleich auch Anwalt für diejenigen sein, die im Digitalen Wandel abgehängt werden könnten", sagte er. Vor diesem Hintergrund sei es die Aufgabe der Caritas, einen Ausgleich zwischen Menschen mit unterschiedlichen Zugängen zur digitalen Welt und unterschiedlicher Technikaffinität zu schaffen.
Weder die soziale Arbeit, noch das soziale Miteinander kommen nach Schröders Auffassung ohne Digitalisierung aus. "Mit der Aussage ,Sozial braucht Digital‘, bekennen wir uns als Spitzenverband der Freien Wohlfahrtspflege und als Dienstleister dazu, dass die soziale Arbeit nicht ohne die Digitalisierung auskommt." Digitale Technik könne den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in den Diensten und Einrichtungen der Caritas ihre alltägliche Arbeit erleichtern. "Zudem ermöglicht Digitalisierung den Menschen, die auf unsere Hilfe zählen, Teilhabe", sagte Schröders weiter. Als Beispiel nannte er den Einsatz so genannter Talker-Apps auf Tablets in Kindertageseinrichtungen, die mit sprachlich verzögerten Kindern arbeiten. Diese kleinen Programme ermöglichten es Kindern, die sich nicht verbal ausdrücken können, selbstständig ihre Bedürfnisse zu äußern. "Wenn sie zum Beispiel beim Frühstück Hunger auf Käse haben, drücken Sie das entsprechende Symbol auf dem Endgerät. Ebenso tun sie es, wenn Sie im Außengelände der Kita Fußball spielen möchten", erläuterte Schröders.
Die Soziale Arbeit müsse den digitalen Wandel begleiten und prägen, sagte Schröders weiter. Denn ethische Aspekte, Fragen der Persönlichkeitsrechte und der Datensicherheit rückten als Herausforderungen in den Vordergrund. "Die Soziale Arbeit muss sagen, wo Digitalisierung wirklich entlastet und Menschen hilft. Sie muss und kann zum Motor sozialer digitaler Innovationen werden", so der Diözesancaritasdirektor. "Zugleich muss sich die soziale Arbeit um die Menschen kümmern, die vor der Digitalisierung Ängste und Sorgen haben: Ersetzt der Pflegeroboter im Altenpflegeheim künftig gänzlich die menschliche Zuwendung? Kann ich bei persönlichen Sorgen künftig nur noch die Online-Beratung in Anspruch nehmen, oder gibt es noch die Beratung, bei der ich meinem Gegenüber leibhaftig ins Gesicht schauen kann? Big Data und Algorithmen geben uns keinen Aufschluss über richtiges oder falsches Handeln. Digitale Prozesse müssen folglich transparent und ethisch reflektiert werden", sagte Schröders weiter.
Der Diözesancaritasdirektor erinnerte an das Motto der Caritas "Not sehen und handeln". Es fordere die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der verbandlichen Caritas auf, das in der Gesellschaft Notwendige zu erkennen und entsprechend tätig zu werden. Die Caritas und ihre Einrichtungen sollten daher "als Vermittler für das Soziale" die Digitalisierung fördern und als "Experten fürs Soziale" an der Seite derjenigen stehen, die Sorge vor der Digitalisierung und ihren Folgen hätten. "Das werden wir nur im Dialog mit Klienten, Bewohnern, Patienten und deren Angehörigen, mit Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und mit der Politik tun können", so Schröders.

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