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10.08.2020

Caritas International leistet Soforthilfe für Opfer der Explosion in Beirut

Eine gewaltige Explosion erschütterte am vierten August die libanesische Hauptstadt Beirut. Mobile Teams der Caritas leisten medizinische Hilfe, Mitarbeitende in den Gesundheitszentren versorgen Verwundete. Doch die Lage ist noch immer dramatisch, Hilfe dringend erforderlich.

Die Explosionen und die folgende Druckwelle haben Beiruts Hafen und viele angrenzende Stadtteile in Schutt und Asche gelegt. Caritas hat ihre Nothilfe umgehend gestartet. Mitarbeitende sowie Freiwillige kümmern sich um die vielen Verletzten und leisten Erste Hilfe.

Grund für die Explosionen waren tausende Tonnen giftigen Ammoniumnitrats, die über Jahre schlecht gelagert wurden und aus noch ungeklärter Ursache explodierten. 6.000 Menschen wurden verletzt, die Zahl der Toten liegt bei mehr als 155. Rund 300.000 Menschen haben von einem auf den anderen Moment ihr Zuhause verloren. "Es ist geradezu apokalyptisch", beschreiben unsere Partner die Szenerie. 

Und die Caritas-Nothilfe wird auch Tage nach der Explosion weiterhin dringend benötigt. Aufgrund der aktuellen, gewalttätigen Zusammenstöße zwischen Protestierenden und libanesischen Sicherheitskräften kommen ständig neue Verletzte hinzu.

Mobile-Caritas-Teams

In zu mobilen Kliniken umgerüsteten Minibussen versorgen die Kolleginnen und Kollegen der Caritas Libanon die Verletzten und verteilen Medikamente.          Foto: Javier Gil / Caritas international

 

Gesundheitszentren versorgen Verletzte
- 100.000 Euro Soforthilfe bereitgestellt

Die libanesischen Caritas-Kolleginnen und -Kollegen haben schnell reagiert. Die Gesundheitszentren der Caritas wurden kurzerhand für die Erstversorgung der Verwundeten angepasst. Normalerweise richten sich deren Dienste an Geflüchtete aus Syrien und dem Irak sowie an bedürftige Libanesinnen und Libanesen. Zwei dieser Gesundheitszentren befinden sich in Beirut und wurden kaum von der Explosion beeinträchtigt - hier behandeln nun Caritas-Mitarbeitende Verletzte der Katastrophe. Zudem versorgen zwei zu mobilen Kliniken umgerüstete Minibusse Verletzte und liefern benötigte Medikamente. Diese Hilfen sind dringend nötig, weil viele Krankenhäuser massiv beschädigt wurden, teilweise sogar evakuiert werden mussten. 

Die Caritas Libanon, ein langjähriger Partner von Caritas international, verfügt zudem über ein großes Netz an Freiwilligen - bereits kurz nach der Katastrophe begannen diese mit der Verteilung von warmen Mahlzeiten sowie den ersten Aufräumarbeiten. 

Auch ein Team aus Psychologinnen und Psychologen ist im Einsatz, um traumatisierten Menschen zur Seite zu stehen. "Der Libanon ist ein kleines Land. Mehr als ein Drittel der gesamten Bevölkerung lebt in der Metropole Beirut. Das heißt, so gut wie niemand wurde von den Auswirkungen der Katastrophe verschont. Fast jede Familie im Land hat Angehörige oder Freunde verloren," berichtet Regina Kaltenbach, Libanon-Expertin bei Caritas international.  

Die lokale Caritas agiert bei all ihren Hilfen unabhängig von den libanesischen Behörden und fühlt sich bei der Verwendung Ihrer Mittel allein den Leitlinien der Humanitären Hilfe verpflichtet.

Caritas international stellt in einer ersten Maßnahme 100.000 Euro Soforthilfe bereit. Diese werden vor allem zur Beschaffung von Medikamenten verwendet. "Wir benötigen dringend Unterstützung, die Lage ist kritisch und noch sehr, sehr unübersichtlich", sagt Rita Rhayem, Direktorin der Caritas Libanon.

Caritas-Libanon-Versorgung

Die Caritas Libanon versorgt die Verwundeten, verteilt Medikamente und versorgt die Frauen, Männer und Kinder mit warmen Mahlzeiten.
Foto: Javier Gil / Caritas international
 

Hungerkrise im Libanon befürchtet

Während die Explosionen und die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie die Menschen sichtbar treffen, gewinnt auch eine dritte Katastrophe wieder an Aufwind: die tiefe Wirtschafts- und Staatskrise des Landes. Weite Teile der Gesellschaft sind bereits in Armut abgerutscht. Die noch vorhandenen Medikamente werden vermutlich schon bald ausgehen, die teilweise schwer beschädigten Krankenhäuser nur mühsam repariert werden können. Zusätzlich hat die Explosion einen Großteil der nationalen Getreidevorräte vernichtet. Da auch über den zerstörten Hafen vorerst keine Güter mehr importiert werden können, befürchten Experten eine Hungerkrise im Libanon.  

Die drohende Versorgungskrise könnte sich nach UN-Angaben auch auf das Nachbarland Syrien auswirken. Über den Hafen gelangen viele humanitäre Hilfsgüter in das Bürgerkriegsgebiet. 

Die Hilfen der Caritas werden sowohl jetzt als auch in den kommenden Tagen, Wochen und Monaten dringend benötigt. Wir stehen all denjenigen zur Seite, die durch die Explosionen verletzt wurden, deren Haus dieser zum Opfer fiel und die nach Wirtschaftskrise und Corona-Pandemie nicht mehr wissen, wie es weitergehen soll. 

Helfen Sie uns zu handeln - durch Ihre Spende.

Spendenkonto Caritas international

Stichwort: Beirut
IBAN: DE88 6602 0500 0202 0202 02
Bank für Sozialwirtschaft Karlsruhe
BIC: BFSWDE33KRL

 Weitere Informationen finden Sie auf der Internetseite von Caritas International

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